Warum Sie nicht lange darüber nachdenken sollten, diesen Blog-Post zu lesen

Aus dem Archiv: ein wunderschöner Blog-Beitrag für Sage zum Thema Entscheidungsmüdigkeit. (From the archives: a fabulous blog post for sage.de on decision fatigue). Viel Spaß!

Nur zu. Ich verspreche es Ihnen, dieser Blog-Post ist nicht all zu lang – seine Lesezeit beträgt maximal vier Minuten. Wäre es hier sinnvoll, mal schnell runter zu scrollen, um sich davon zu überzeugen, dass ich Sie nicht vereiere? Auch hierüber sollten Sie nicht nachdenken – es lohnt sich einfach nicht. Und nicht nur das: es schadet Ihnen sogar. Lesen Sie also einfach weiter. Vertrauen Sie mir.

Vielen Dank und willkommen zum zweiten Abschnitt. Jetzt wird’s gleich hochinteressant– ich verspreche es Ihnen.

Jeden Tag, so wird oft behauptet, fällen wir im Schnitt 35,000 Entscheidungen. 35,000! Kann das wirklich wahr sein? Verschwenden Sie keine Zeit damit, darüber nachzudenken.

Ich habe kurz für Sie, geneigter Leser, nachrecherchiert und keinen wissenschaftlichen Beleg für diese Zahl gefunden. Dennoch ist wahr, was wir alle spüren: das moderne, sich immer schneller drehende Leben bietet uns eine immer größere Auswahl von Stimuli und Optionen. Auf die Facebook-Notification reagieren oder nicht? Extra Shot für den Espresso? Kuh-, Mandel- oder Soyamilch? Zugticket im voraus und so billiger buchen, oder zeitnäher und daher womöglich teurer? Gerade für Startup-Unternehmer ist das Problem des “choice dilemma” besonders ausgeprägt. Denn das Gründen und Führen eines Unternehmens bringt einen nie abreissenden Strom von Alternativen und Entscheidungen mit sich, die über kurz oder lang über das Wohl und Wehe Ihres Geschäfts bestimmen (ganz abgesehen von den vielen Entscheidungen und Trade-Offs, die Ihr Privat- und Familienleben mit sich bringen). 

Das Gute an der Sache: als Gründer haben Sie Ihre Fähigkeit, Entscheidungen von großer Tragweite zu fällen, schon unter Beweis bestellt – sonst hätten Sie nicht den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Das weniger Gute: selbst die entscheidungsstärkste Chefin kann sich letzten Endes überfordert sehen, wenn sie nicht genauso weise mit ihrer mentalen Kapazität haushaltet wie mit ihren Geldmitteln.

Auf das Timing kommt es an

In einem berühmten Experiment stellten Forscher der Stanford- und Ben-Gurion-Universität fest, dass ein Häftling viel eher auf Bewährung freigelassen wurde, wenn er am Morgen vor den Richter trat. Dahingegen schwanden seine Chancen, je später die Anhörung war. Der Grund: morgens waren die Richter noch geistig frisch und konnten sich mit den individuellen Faktoren eines Falles adäquat auseinandersetzen. Doch dafür war ein Preis zu bezahlen: es kostet Energie, gut überlegte Entscheidungen zu fällen. Am Nachmittag, als die Richter ausgelaugt waren, neigten sie dazu, die am wenigsten riskante Variante zu wählen und beim Status Quo zu bleiben. Der Knacki wanderte zurück ins Kittchen – ein Opfer der justitiaren Entscheidungsmüdigkeit (“decision fatigue”).

Was heißt das für Sie in der Praxis? Wie können Sie es vermeiden, in die gleiche Falle zu tappen? Hier sind ein paar Tips:

5 Tips für bessere Entscheidungen

1.) Knöpfen Sie sich wichtige Entscheidungen am morgen vor, wenn Sie noch frisch sind – nicht am Ende des Arbeitstage, wenn alles nur noch nervt.

2.) “Don’t sweat the small stuff”: verschwenden Sie keine Zeit mit unerheblichen Entscheidungen. Espresso oder Latte – wenn kümmert’s? Treffen sie ohne großes Nachdenken Ihre Entscheidungen und widmen Sie sich dann wichtigeren Dingen.

3.) Planen Sie voraus und strukturieren Sie Ihre Woche. Heute Abend ins Fitness-Studio oder doch lieber ins Kino? Sie verschwenden mit dieser Frage wertvolle Zeit und Energie. Planen Sie einfach Ihren Besuch in der Muckibude fest in der Woche ein. Wenn Sie wissen, dass Sie dienstags und donnerstags ins Studio gehen, erübrigt sich die Frage nach dem Kino.

4.) Achten Sie auf Ihren Kalorienhaushalt! Wissen Sie, wieviel Energie Ihr Gehirn benötigt, um Informationen zu verarbeiten und abzuwägen? Es ist erwiesen, dass Probanden mit zeitweilig niedrigem Zuckerspiegel sich eher von ihren Impulsen treiben lassen, als gut bedachte Entscheidungen zu fällen. Eine Banane zur rechten Zeit kann Wunder wirken.

5.) Delegieren Sie triviale Entscheidungen und Routine-Aufgaben, die nur Zeit fressen und mentale Bandweite kosten. Eine automatisierte, cloud-basierte Buchhaltunsgssoftware wie Sage One nimmt Ihnen den Kleinkram ab, mit dem Sie sich sonst selber herumschlagen müssten. Wie berechnen Sie Ihre Umsatzsteuervoranmeldung? Kein Problem, Knopfdruck genügt. Sind Ihre Steuererklärungen auf dem neuesten rechtlichen Stand? Ohne jeden Zweifel, die Software ist ja immer aktuell. Läuft heute irgendeine wichtige Frist ab? Keine Sorge, Sage One sagt Ihnen frühzeitig Bescheid.

Nutzen Sie Technologien – und bewährte Entspannmethoden

Sicher wird uns in Zukunft Software mit künstlicher Intelligenz immer mehr Entscheidungen erleichtern und abnehmen, indem sie unsere Präferenz mit großer Wahrscheinlichkeit vorhersagt. Doch im Moment scheint die tägliche Entscheidungsflut zumindest konstant zu bleiben. Machen Sie sich also moderne Technologien zunutze, um Ihnen dabei zu helfen. Gönnen Sie Ihrem Gehirn regelmäßige Pausen – ohne sich dabei gleich schuldig zu fühlen. Yoga, Tai Chi oder einfach ein ausgedehnter, zielloser Bummel ohne Handy können hier Wunder wirken. Und, was vielleicht am wichtigsten ist: Keep it Simple.